Was der Compact Disc nicht schon alles vorgehalten wurde! Am Anfang, also so in den frühen 80ern, galt der Klang der CD als kalt, was wohl vor allem daran lag, dass die ersten CD-Spieler noch etwas scharfkantige Filter hatten. Später kam dann ein angeblich zu stark eingeschränkter Klang dazu, der auf die nur 16 Bit Signalvarianz und die mit 44,1 kHz angeblich nicht ausreichende Bitrate zurückgeführt wurde. Das Kälte-Argument wird wohl heute niemand mehr rausholen und das mit dem Frequenzbereich ist in meinen Augen ziemlicher Unsinn.
So wie Anhänger der Homöopathie glauben, dass Wasser irgendwelche Eigenschaften bewahren kann, obwohl nach ewiger Verdünnung kein Wirkstoff mehr enthalten ist, so glauben viele Hifi-"Experten", dass ein Tonsignal weit mehr als die maximal hörbare Frequenz von, im besten Fall, 20 kHz haben müsse, um den vollen Klang entfalten zu können. Aber erklären Sie mal hier im Südwesten Deutschlands die Homöopathie für unwirksam. Den gleichen Gegenwind erfahren Sie auch aus dem Hifi-Lager, wenn Sie diesen simplen Fakt erwähnen. Ich bin jetzt über 50 Jahre alt und die höchste Frequenz, die ich hören kann, liegt vermutlich bei nicht mehr als 15 kHz. Mehr als die Abtastrate der CD ist für niemanden sinnvoll. Alles andere ist Verschwendung und Verschwurbelung.
Bleibt noch die Worttiefe von 16 Bit. Das macht pro Halbwelle reichlich 32.000 verschiedene Werte. Ich glaube nicht, dass es irgendjemanden auf der Welt gibt, der da Zwischenräume vermissen kann. Sorry, aber das ist wirklich Unfug. 44,1 kHz / 16 Bit reichen absolut aus, jedenfalls beim Endprodukt CD. Während des Masterings sicher nicht, da kann es vermutlich gar nicht genug Reserven geben, aber für das reine Hörerlebnis in einer normalen Wohnung kann sich jeder eine SACD oder noch größer aufgelöste Standards getrost sparen.
Etwas was ganz anderes ist natürlich die Frage, was man daraus macht. Seit Mitte der 90er Jahre werden CDs so absurd hoch ausgesteuert und ihrer Dynamik beraubt, dass sie tatsächlich mies klingen. Da kann aber die CD nichts dafür, diese Entscheidung wird was weiß ich wo gefällt. Würde mich wirklich interessieren, was dieser Quatsch soll. Anfangs ging es ja mal darum, möglichst laut zu sein und vielleicht beim Autofahren den Sound nicht zu leise werden zu lassen zischen den Trommelwirbeln. Aber das könnte man ja mit Dynamikkompressoren auch zur Laufzeit regeln und dafür das Signal der CD sauber lassen. Aber nein, stattdessen wird mit jeder Remaster-Runde (alle zehn Jahre muss ein neues Jubiläum gefeiert werden) noch mehr Kompression eingesetzt und der Klang immer mehr geschleift. Ich kann mir einfach keinen Reim darauf machen, tut mir leid.
Fazit: Wenn Sie Musik, die vor Mitte der Neunziger aufgenommen wurde, in guter Qualität hören wollen, sollten Sie eine CD heranziehen. Beu neueren Sachen könnte eine Schallplatte die bessere Wahl sein