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Meine Musiksammlung besteht inzwischen nur noch zu einem kleinen Teil aus physischen Datenträgern. Die ganz wichtigen Sachen kaufe ich nach wie vor als CD, aber alles andere habe ich wieder verkauft oder schaffe ich gleich als MP3 an.

Mag sein, dass andere Formate besser sind, aber MP3 ist der Standard, den ich überall abspielen kann. Ich kodiere mit einem halbwegs aktuellen Lame (3.100 aus Debian buster) mit 160 kbit/s VBR. Wer sich erfolgreich einbildet, dass er bei dieser Bitrate einen klanglichen Verlust gegenüber CDs oder gar Schallplatten ausmachen kann, der möge sich an dieser Illusion erfreuen. Ich für meinen Teil bin mir sicher, dass weit über 99 % der Menschheit keine klanglichen Nachteile meiner MP3s gegenüber den Originalen ausmachen können.

Die virtuelle Mediathek

Keine Ahnung, ob das nur mir so geht, aber wenn ich Musik höre, dann habe ich immer ein Album vor meinem geistigen Auge. Und dieses Album entnehme ich einem Plattenschrank, in dem alles fein säuberlich nach Album-Typen, Interpreten und Erscheinungsdatum sortiert ist. Dieser große Plattenschrank wird ergänzt durch einen kleineren, in dem künstlerisch wertvolle, aber in meiner Hauptsammlung störende Alben stehen. Und weil ich eine große Kollektion von Maxi-Singles der 80er Jahre habe, die ich nie anhöre, aber die ich trotzdem behalten will, steht daneben noch ein dritter Schrank.

Und genaus so möchte ich meine MP3-Sammlung auch organsiert wissen.

Alben statt Titel

Es klingt etwas altbacken, ich weiß, aber ich denke bei Tonträgern immer noch in Alben statt in Tracks. Mit jedem Update bei iPod & Co. wird deutlicher, dass diese Zeit für die meisten Musikkonsumenten vorbei ist, für mich ist das jedoch nicht so. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen zählt für mich das Album mehr als der einzelne Titel, auch wenn das im Einzelfall bedeutet, dass ich mir beim Anhören eines Albums auch ein paar Sachen reinziehe, die ich nicht so toll finde. Ich habe natürlich trotzdem Hit-Sammlungen und auch ein paar Einzeltitel, aber bestimmt 95% meriner MP3s sind Bestandteile regulärer Alben des jeweiligen Interpreten.

Quellen

Den größten Teil meiner MP3-Alben habe ich tatsächlich gekauft und selber aus vorhandenen CDs gerippt. Einige Sachen hatte ich in den 80ern oder frühen 90ern als Vinyl gekauft. Die Platten liegen auch noch irgendwo im Keller, ich habe aber keinen Schallplattenspieler mehr. Also war ich so frei, mir diese (schon bezahlte) Musik aus den Graubereichen des Internets neu zu besorgen und durch den iTunes-Match-Dienst in hochwertige MP3s zu überführen. Einige ganz wenige Alben habe ich auch von Freunden "geliehen".

Es muss aber jetzt keiner zum Anwalt rennen, denn es ist niemandem ein Schaden entstanden. Geld würde ich jedenfalls nicht dafür ausgeben, die Sachen sind alle verzichtbar. Dafür habe ich einige Sachen wie z.B. von Depeche Mode, als Wiedergutmachung inzwischen drei oder vier Mal bezahlt: Erst als Vinyl in den 80ern, dann noch mal als Remaster-CD und als mir endlich dämmerte, wie beschissen diese Remaster klingen (siehe Loudness War) dann noch mal als Vinyl (bei neuen Platten ab 1996) oder gebraucht als Original-CD ebenfalls aus den 80ern. Die Musikindustrie darf sich also entspannen: Ich bin einer ihrer besten Kunden.

Die Schallplatten, die sich nicht in Form von CDs besorgen ließen, vor allem ältere Maxi-Singles, habe ich mir von einem Stuttgarter Tonstudio digitalisieren lassen.

Ordnerstruktur

Damit ich unabhängig bin von der Software irgendeines kommerziellen Anbieters, besteht mein Master-Archiv aus einer normalen Ordnerstruktur und liegt auf meinen NAS. Von dort wird es per Samba exportiert und dann entweder über einen Windows-Rechner per iTunes auf mein iPhone gespielt. Oder mein Sonos Connector importiert es für die Wiedergabe auf meiner Stereo-Anlage im Wohnzimmer oder auf den Sonos-Boxen in meinem Arbeitszimmer. Damit sind alle vier Stellen abgedeckt, an denen ich Musik höre: Im Auto, auf dem Smarthone, auf der Couch und beim Bügeln.

Ich lege meine MP3s in regulären Ordnern ab nach dem Schema Mediathek/Kategorie/Interpret/Album. Dabei unterscheide ich drei Mediatheken: "jan" (die Hauptsammlung), "kunst" (historisch Wertvolles oder Experten-Empfehlungen) und "btg" (die Sammlung des amerikanischen DJs PaulT und seines Projektes Burning The Ground)

Ein Auszug:

jexss@trillian:~/musik/jan/audio$ ls -l
total 32
drwxr-xr-x 326 jexss jexss 12288 Jul 31 17:44 Albums
drwxr-xr-x  22 jexss jexss  4096 Nov  2  2014 Books
drwxr-xr-x  12 jexss jexss  4096 May 14 16:18 Comedy
drwxr-xr-x   5 jexss jexss  4096 Sep 17 14:01 Compilations
drwxr-xr-x  26 jexss jexss  4096 Jul 14 22:50 Singles
drwxr-xr-x   5 jexss jexss  4096 Dec 22  2015 Tracks


jexss@trillian:~/musik/jan/audio/Albums$ ls -ld D* | head
drwxr-xr-x  6 jexss jexss 4096 Jun 13  2015 Daft Punk
drwxr-xr-x  5 jexss jexss 4096 Feb 28  2014 Daniel Lanois
drwxr-xr-x  4 jexss jexss 4096 Dec 20  2008 Dave Gahan
drwxr-xr-x 27 jexss jexss 4096 Jan 14  2016 David Bowie
drwxr-xr-x 13 jexss jexss 4096 Dec 21  2014 Dead Can Dance
drwxr-xr-x  3 jexss jexss 4096 Jul  1  2010 Deep Purple
drwxr-xr-x  7 jexss jexss 4096 Mar  1  2014 Deine Lakaien
drwxr-xr-x  3 jexss jexss 4096 Apr 29  2013 De La Soul
drwxr-xr-x 14 jexss jexss 4096 Dec 22  2014 Delerium
drwxr-xr-x 46 jexss jexss 4096 Jun  6 22:10 Depeche Mode

Der mit Abstand größte Ordner ist Albums. In Books habe ich Hörbücher, in Compilations alles, was mehrere Interpreten auf einem Album vereint wie bei Hit-Sammlungen oder Soundtracks. Ich habe von einigen Interpreten große Singles-Sammlungen, die sollen nicht die regulären Alben stören, deshalb sind sie in einem eigenen Stammordner. Einzeltitel ohne Albumbezug sind in Tracks.

Nomenklatur

Von wenigen Ausnahmen abgesehen entspricht die Namensgebung meinen Regeln beim Tagging, siehe dort. Nur wenn es Konflikte zum SMB-Namensstandard gibt, nenne ich die Ordner anders. Beispielsweise darf unter Windows eine Datei oder ein Ordner nicht die Zeichenkombination "..." enthalten. So wird dann aus dem Genesis-Album "...Calling All Stations" der Ordnername "Calling All Stations".

Dateinamen

Beim Namen der Dateien weiche ich aus verschiedenen unwichtigen Gründen stark vom Standard ab. Die meisten Programme speichern Dateien in der Form

Interpret (Tracknummer) Track.mp3

ab, zum Beispiel

David Bowie (03) Slip Away.mp3

Bei mir heißt die Datei:

03.david-bowie_heathen.mp3

Das Namensschema ist also

tracknummer.interpret-mit-bindestrich_album-mit-bindestrich.mp3

Alles wird klein geschrieben. Eventuelle Suffixe wie Album-Version etc. (siehe Tagging) werden ebenfalls durch Unterstrich getrennt angehängt. Beispiel:

05.kraftwerk_electric-cafe_es.mp3

Für den 5. Track der spanischsprachigen Pressung des Kraftwerk-Albums Electric Cafe. In den Dateinamen vermeide ich alle gefährlichen Zeichen wie Sonderzeichen, Umlaute, Satzzeichen usw. Das geschieht komfortabel über die Meta-Suite.

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