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Nach gründlichem und langem Nachdenken bin ich mir sicher: Es gibt keinen Gott.

Puh, das ist natürlich für viele Menschen enttäuschend und macht auch ein wenig traurig. Aber es hilft ja nichts, denn das ist die Wahrheit. Ich sage nicht, dass es noch nie etwas gegeben hätte, was man göttlich nennen könnte. Auf die Entstehung des Universums und des Bewusstseins kann ich mir auch keinen Reim machen. Aber das ändert nichts an der für mich sehr beruhigenden Wahrheit: Es gibt keinen Gott.

Warum glaube ich nicht an die Existenz eines Gottes? Versuchen wir es mal andersrum: Was spricht dafür, dass es einen gibt? Gläubige Menschen führen häufig an, dass es einen Gott geben muss, weil das Universum zu komplex dafür ist, aus sich selbst heraus entstanden zu sein und zum Beispiel die Menschheit hervorgebracht zu haben.

Das finde ich putzig. Man drückt sich vor der Erkenntnis, dass etwas Komplexes (ein menschliches Auge) aus etwas Einfachem (aus einer Kohlenwasserstoffverbindung) hervorgegangen sein soll, indem man etwas noch Komplexerem (einem Gott) die Entwicklung andichtet. Das ist nicht wirklich befriedigend, denn wer sollte den komplexen Gott erschaffen haben? Ein noch komplexerer Übergott? Wo soll das hinführen?

Das erinnert an die genauso wunderliche Ideologie derjenigen, die glauben, das Leben könne nicht auf der Erde entstanden sein, sondern müsse von Außerirdischen hergebracht worden sein. Klar, dann ist erst mal der Deckel der Akte zu. Aber wer hat dann das Leben dorthin gebracht, wo die Außerirdischen herkommen? Außer-Außerirdische?

Über kurz oder lang komme ich jdenfalls unweigerlich zu der Erkenntnis, dass das Leben nicht von außen kam und von niemendem künstlich geschaffen wurde. So würde man die Antwort ja nur verlagern, aber nicht finden. Ich für meinen Teil bin zutiefst davon überzeugt, dass

  • wir hier auf der Erde enstanden sind.
  • das Leben hier auf der Erde entstanden ist.
  • es außerhalb der Erde jede Menge Leben gibt, das ebenfalls genau dort entstanden ist, wo es heute ist.
  • kein Gott an der Entstehung dieser Leben beteiligt war.

Aber ich kann ja den Gedanken an einen Gott trotzdem noch einmal aufnehmen. Da soll es nun also einen Gott geben (oder mehrere), der wahlweise nur das Universum geschaffen hat, oder dazu noch die Erde oder dazu noch das Leben und vieleicht die Menschen und dann auch noch alles sieht und sich hin und wieder einmischt.

Und dann ist dieser Gott auch noch so gemein, sich Teilen der Menschheit verschieden zu präsentieren. Die einen erkennen ihn als den Gott der Christenheit. Anderen nennen ihn Allah, andere haben gleich ein ganzes Götter-Team. Und einige leiten aus seiner vermeintlichen Existenz das Recht ab, Anders- oder Ungläubigen nach dem Leben trachten zu dürfen.

Jemand, der als Kind in das Herz Mitteleuropas oder Nordamerikas geboren wird, der wird natürlich Christ. Es kommt ja vermutlich nicht oft vor, dass ein Heranwachsender Christ plötzlich von sich aus (mit Gottes Hilfe) erkennt, dass er ganz falsch liegt und er Moslem werden muss. Und umgekehrt erst recht. Wenn es aber aus Perspektive eines jeden Gläubigen ja nur genau den einen richtigen Gott gibt, warum engt sich Gott dann räumlich so ein? Was für ein gemeines Spiel hat sich Gott da ausgedacht?

Dabei ist die Sache so einfach: Es gibt keinen Gott.

Das erklärt wunderbar, warum Religionen entstehen und vergehen, was ja bei Existenz eines Gottes ziemlich unplausibel ist. Es erklärt, warum der vermeintliche Gott regional beschränkt ist. Und es zeigt, dass sich die Menschheit ganz entspannt der Lösung all der Probleme widmen kann, die sie selbst verursacht hat. Denn wenn es keinen Gott gibt, dann müssen wir uns selber um uns kümmern! Es wird kein Gott den Klimawandel aufhalten. Kein Gott wird uns eine zweite Erde schenken, wenn wir diese ruiniert haben.

Unsere Religionsbücher sind keine von Gott geschriebenen, sondern ganz praktische Lebensanleitungen. Tut mir leid, leibe Gläubige, aber man hat euch getäuscht: Der Koran und die Bibel sind nicht das Wort Gottes, sondern überwiegend sehr vernünftig geschriebene Vorschläge für ein vernünftiges Leben, die leider im Laufe der Jahrhunderte durch allerlei Unfug angereichert wurden, der dem jeweils gerade Herrschenden in die Hände spielte.

Es gibt auch kein Leben nach dem Tod. Da warten keine Jungfrauen auf Mörder, da wartet kein Paradies auf diejenigen, die immer schön Kirchensteuer gezahlt haben. Da wartet keine Reinkarnation. Nein. Mit dem Tod ist es einfach vorbei, aber das ist ein anderes Thema.